Strategien & Lösungen im BCM🔗
In der View Strategien & Lösungen definierst du, wie du die in der BIA festgelegten Ziele (RTO, MTPD usw.) erreichen willst.
Typische Inhalte:
- Wiederanlaufstrategien für Prozesse und Assets,
- Alternativlösungen und Notbetriebsszenarien,
- Bewertung, ob die Strategie die Ziele einhalten kann,
- Verantwortlichkeiten, Kosten- und Umsetzungsaspekte.
Aufbau der View🔗
Die View ist meist in folgende Bereiche unterteilt:
- Filter / Scope-Auswahl
- Auswahl von Scope, Prozessen oder Assettypen.
- Strategienliste
- Übersicht über alle bestehenden Strategien & Lösungen.
- Detailansicht einer Strategie
- Stammdaten, Zuordnung zu Prozessen/Assets, Bewertung, Verknüpfungen.
Strategiearten🔗
Zu den typischen BCM-Strategien gehören z. B.:
- Ausweichstandort / Zweitstandort
- Cloud- oder Rechenzentrums-Fallback
- Manueller Notbetrieb (z. B. papierbasierte Prozesse)
- Redundante Systeme / Hochverfügbarkeit
- Verlagerung auf externe Dienstleister
In GRASP kannst du diese Strategien in einer strukturierten Form erfassen, z. B. mit:
- Bezeichnung,
- Beschreibung,
- Typ der Strategie,
- betroffenen Prozessen und Assets,
- verantwortlichen Personen.
Strategien anlegen und verknüpfen🔗
Um eine neue Strategie zu erfassen:
- Öffne die View Strategien & Lösungen.
- Klicke auf + Strategie/Lösung hinzufügen.
- Erfasse die Stammdaten:
- Titel,
- Beschreibung / Szenario,
- Typ (z. B. Ausweichstandort, Notbetrieb, Cloud-Fallback),
- verantwortliche Rolle/Person.
- Verknüpfe:
- Prozesse, für die diese Strategie gilt,
- Assets / Dienstleister, die von der Strategie betroffen sind,
- ggf. relevante Dokumente (z. B. Notfallhandbuch, Runbooks).
Strategien können für mehrere Prozesse wiederverwendet werden - du musst sie also nicht mehrfach anlegen.
Bewertung der Strategie🔗
In der Detailansicht einer Strategie kannst du bewerten, wie gut sie auf die BIA-Ziele einzahlt:
- Erreicht die Strategie die definierte RTO für den Prozess?
- Deckt sie die maximale Ausfallzeit (MTPD) ab?
- Wie ist das erwartete Restrisiko?
- Gibt es Abhängigkeiten, die die Wirksamkeit gefährden (z. B. Single Points of Failure)?
Oft werden hierfür Felder bereitgestellt wie:
- "Einhaltung RTO" (ja/nein/teilweise),
- "Bewertung Wirksamkeit" (z. B. in Stufen),
- "Kosten-/Aufwandsabschätzung",
- "Bemerkungen / Annahmen".
Verbindung zu Plänen und Dokumenten🔗
Strategien sind der Rahmen, Pläne sind die konkrete Umsetzung.
Daher kannst du Strategien mit:
- Wiederherstellungsplänen (für Systeme/Assets),
- Geschäftsfortführungsplänen (für Prozesse),
- Kommunikationsplänen,
verknüpfen. Häufig wird dies über referenzierte Dokumente oder eigene Plan-Entities abgebildet.
So kannst du z. B. sehen:
- Welche Pläne setzen eine bestimmte Strategie um?
- Sind diese Pläne aktuell und freigegeben?
- Welche Tests und Übungen haben die Strategie bereits geprüft?
Strategien im Kontext von Soll-Ist und Risiko🔗
Strategien & Lösungen wirken an mehreren Stellen:
-
Im Soll-Ist Vergleich → Nachweis, dass BIA-Ziele nicht nur theoretisch existieren, sondern durch Strategien abgedeckt sind.
-
Im Risikomanagement → Strategien können als Maßnahmen zur Reduktion von Eintrittswahrscheinlichkeit oder Auswirkung genutzt werden.
-
In Audits und Übungen → Prüfer und Übungsleiter sehen, welche Strategie für ein Szenario vorgesehen ist und ob sie getestet wurde.
Praxis-Tipp
- Formuliere Strategien auf einem ausreichend abstrakten Niveau (z. B. "Betrieb im Ausweichrechenzentrum"), und dokumentiere technische Details in verknüpften Plänen (z. B. Runbooks, Handbücher).
- Nutze Wiederverwendung konsequent: eine gute Strategie kann mehrere Prozesse und Assets abdecken.
- Hinterlege bei Strategien, die regulatorische Anforderungen erfüllen sollen, einen Hinweis auf die relevanten Vorgaben (z. B. intern oder aus Standards).